Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Sicherung von Seitenkanälen

In fünf Stauhaltungen des Neckars gibt es Seitenkanäle. Sie leiten das vom Wehr gestaute Wasser mit geringem Gefälle zum Wasserkraftwerk sowie zur Schleuse und enthalten damit zugleich die Fahrrinne für die Schifffahrt. Durch den Seitenkanal kann ein größerer Aufstau des Wassers im ursprünglichen Flussbett vermieden und zugleich die Zahl der Schleusen verringert werden.

Aus Gründen des Hochwasserschutzes sind die den Seitenkanal einfassenden seitlichen Dämme 3 − 4 m über Stauhöhe geführt. Der Kanalquerschnitt ist gedichtet. An einigen Neckarabschnitten (Ladenburg, Horkheim, Pleidelsheim) wird der Seitenkanal durch ein Sperrtor gegen das Eindringen von Hochwasser gesichert. Bei allen Seitenkanälen wird das Hochwasser  über das alte Flussbett (auch häufig als Altarm bezeichnet) abgeführt.

Das Wasserstraßen-Neubauamt Heidelberg übernimmt die Sicherung der Seitenkanäle.

Das Alter der Seitenkanäle liegt bei über 80 Jahren. Auch die Dammquerschnitte der Seitenkanäle unterliegen einem Alterungsprozess und weisen mittlerweile diverse Schäden auf, was bedeutet, dass die bestehenden Dämme instandgesetzt und damit die Seitenkanäle in ihrem Bestand gesichert werden müssen. Ursprünglich wurden die Seitenkanäle in Trapezform angelegt, was eine geringere Wassertiefe zum Ufer hin zur Folge hat. Die heute auf dem Neckar verkehrenden größeren Schiffe mit ihren höheren Antriebsleistungen führen zu einer stärkeren Beanspruchung der Uferböschungen. Die Folge ist eine zunehmende Schädigung der gedichteten trapezförmigen Dämme. Aus den Schadstellen kann in zunehmendem Maße Wasser austreten. Der Austritt von Wasser birgt die Gefahr einer Instabilität der Kanaldämme. Um dieser Gefahr entgegenzuwirken, müssen die Uferböschungen daher umfassend und nachhaltig gesichert werden.

Die umweltverträglichste und baulich nachhaltigste Variante ist dabei die Sicherung eines Seitenkanals als Rechteckprofil in Spundwandbauweise. Da die Bautätigkeiten dennoch zu Eingriffen in die Umwelt führen, werden im Rahmen der Sicherungsmaßnahmen auch stets Kompensationsmaßnahmen zum Erhalt von Flora und Fauna umgesetzt.

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